Logo
Home Navigationspfeil Musiktherapie Navigationspfeil Musiktherapie bei Demenz

Musiktherapie bei Demenz

Musik gilt als der Königsweg im Umgang mit Menschen mit Demenz. Egal ob in der Pflege, in der Betreuung oder speziell als Therapie – Musik kann und sollte interdisziplinär eingesetzt werden. Alte Inhalte treten durch den rückwärtigen Gedächtnisabbau wieder zu Tage. Insbesondere die vertrauten Lieder und Melodien wecken Erinnerungen und Gefühle bzw. stellen diese wieder her. Der dementiell veränderte Mensch kann so in seiner aktuellen Situation, in der er sich emotional befindet, abgeholt und gestützt werden. Die Begegnung findet so auf der puren emotionalen Ebene statt und schafft Beziehung.  Neue Forschungen belegen, dass das Musikgedächtnis gegen das Vergessen resistent ist; das zuständige Areal im Gehirn ist nicht von neurodegernativen Prozessen betroffen (Studie MPI). Außerdem bleibt auch bei Demenz die Neuroplastizität des Gehirns erhalten. Durch Musik können neue Verbindungen geschaffen werden und so Ressourcen und Fähigkeiten erhalten bleiben.

Nachweislich werden Selbstbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit und Konzentration gestärkt und demenztypische Symptome wie Angst, Agitiertheit und Unruhe verringert.

Eine der wichtigsten Methoden hierbei ist das Singen. Personenzentriert werden Lieder ausgewählt, die relevant für die Biografie des Gegenüber sind. Aktuell sind dies noch oft Volkslieder und Schlager der 20er bis 40er Jahre, allmählich halten aber auch die ersten Beatles- und Stones-Songs Einzug. Insbesondere bei den immer öfter anzutreffenden jungen Demenzpatienten ist auf eine individuell angepasste Auswahl zu achten. Außerdem laden leicht zu spielende Percussionsinstrumente wie Handtrommel und Tamburin zum einfachen Begleiten ein. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht nötig, und jeder darf Mitbrummen oder Mitsingen, so gut oder schlecht er kann oder möchte. Auch Pausen haben einen wesentlichen Anteil, stille Momente sind genauso wichtig. Ebenso Gespräche über die aufkommenden Gefühle und Erinnerungen, besonders im Austausch in einer Gruppe. Musik hilft viel, aber nicht viel Musik hilft! Sorgsam dosiert und verantwortungsvoll eingesetzt entfaltet sie ihre Wirkung. Bis in die letzte Lebensphase können Klänge, Melodien und Lieder Emotionen wecken. Die Therapie findet in Gruppen oder im Einzelsetting statt.

Einige Original-Zitate verdeutlichen den Erfolg der Arbeit:

„Wissen Sie, ich habe mit dem Singen erst hier wieder angefangen. Ich wurde in der Schule als 14jährige von einem Lehrer vor der gesamten Klasse ausgelacht, seitdem habe ich nie wieder gesungen. Aber hier fühle ich mich wohl, weil hier niemand lacht und jeder so sein darf, wie er will. Da komme ich mit Freude.“
(Frau J., 82J., Bewohnerin eines gehobenen Seniorenheims)

„Jetzt sind wir alle in diesen wunderbaren Gesangsverein aufgenommen worden. Ohne Vorsingen!“
(Frau P., 94J., Bewohnerin in ländlichem Seniorenheim)

„Na, das haben wir doch wunderbar gemacht.“
(Frau A., 89 J., besuche ich privat in ihrem häuslichen Umfeld)

Pflegekräfte profitieren durch den Einsatz von Musik z.B. in Bezug auf Sturzprophylaxe, wenn beim gemeinsamen Gang ein Wanderliedchen gesungen wird. Die Dokumentation kann ergänzt werden. Beschäftigungskräfte und Alltagscoaches ergänzen ihr Angebot mit passenden musikalischen Einlagen. Hierzu biete ich gern separate Schulungen an (bundesweit)!

nach oben